Eine durchwachte Nacht, wieder ein Morgen an dem ich mich versteckte und dann ein Anruf, der mein Le

Aber ein Teil in mir wollte kämpfen, zugegeben, der Teil war zu diesem Zeitpunkt ziemlich klein und schwach, aber er war da.

Ich fühlte mich wie wenn mir jemand ein kleines Licht in mein dunkles Loch gegeben hatte und mir helfen wollte, mir eine Leiter zu bauen.

Aber trotzdem ließen mich die Grübeleien die ganze Nacht über nicht schlafen, unruhig wälzte ich mich mal wieder im Bett herum und versuchte verzweifelt meinen Kopf auszuschalten. Irgendwann wurde ich richtig wütend, was mich allerdings nur wacher machte und nicht wirklich half.

Als ich dann endlich eingeschlafen war, klingelte auch schon wieder mein Wecker. Das konnte nicht wahr sein, ich konnte jetzt nicht aufstehen, ich fühlte mich wie gelähmt.

Wenn ich jetzt in die Schule gehen würde, würde mein Klassenlehrer fragen, würde meine beiden Freundinnen fragen wie das Gespräch gelaufen war.

Ich würde sagen müssen, dass ich irgendwann in den nächsten Wochen aufgenommen werden würde, was war wenn sie das nicht verstehen konnten? Und überhaupt, wenn ich aufstehen würde, dann würde man ja alle möglichen Dinge von mir erwarten, ich müsste mich anziehen, mich richten, müsste wieder den Eindruck machen, mir ginge es gut.

Das konnte ich nicht, von der Angst gelähmt drehte ich mich also wieder im Bett um, nächste Woche konnte ich auch wieder zur Schule gehen.

Ich stellte den Wecker aus und versuchte wieder zu schlafen, was mir zuerst allerdings nicht gelang, weil ich mir natürlich überlegte, wenn ich nicht zur Schule ging, würde ich noch mehr Stoff verpassen, ich würde noch schlechter werden und ich würde mein Abi nicht schaffen.

Aber das würde ich auch nicht schaffen, wenn ich hinging, das bewiesen mir ja meine Noten in den letzten Wochen.

Irgendwann schlief ich über all diesen Gedanken wieder ein. Und wurde ein zweites Mal vom Klingeln meines Handys geweckt.

Doch dieses Mal war es kein Wecker sondern ein Anruf und als ich die Nummer sah wollte ich erst nicht hingehen und überhaupt vor allem weglaufen, aber ich rang mich dazu durch hinzugehen.

Es war das Krankenhaus. Ich meldete mich und die Sekretärin meinte zu mir, ich würde am Montag den 16. Januar 2012 aufgenommen werden. Also praktisch am Montag nach dem Wochenende.

Sie fragte mich ob das möglich wäre und als ich das bejahte meinte sie, sie würde mir eine Liste zuschicken, auf der die Sachen standen die ich mitbringen musste.

Dann verabschiedete sie sich von mir und ich saß nun da und fragte mich, ob das so eine gute Idee war.

Ich zwang dann also aufzustehen und meiner Mutter von diesem Anruf zu erzählen, dann zog ich mich an und machte mich auf den Weg zur Schule, denn dort musste ich mich ja jetzt erstmal für die nächste Zeit abmelden.

Bevor ich allerdings dorthin ging traf ich mich erst noch auf einen Kaffee mit meiner besten Freundin um ihr das alles zu erzählen.

Dann fuhr ich in die Schule, wo mir mein Klassenlehrer mir viel Verständnis entgegen brachte und mir auch zusicherte, dass sich nach meinem Klinikaufenthalt eine Lösung für meinen weiteren Schulbesuch finden ließe.

Dann fuhr ich wieder nach Hause, wo ich mit meiner Mutter einkaufen ging und dann mich wieder in meinem Zimmer verkroch.

Abends ging ich mit meinen beiden besten Freundinnen was trinken und ließ mich von ihnen noch mal zum Aufenthalt motivieren.

Samstags war ich dann den ganzen Tag mit packen beschäftigt, da es für mich unglaublich schwierig war, mich um alles zu kümmern.

Ich fühlte mich total überfordert, was sollte ich denn mitnehmen? Welche Kleider brauchte man in einer solchen Klinik?

Wie sollte das nur alles werden? Als ich Samstags gepackt hatte war abends noch ein Fußballturnier, wo ich zwar nicht spielte, aber mich entschied zu meiner Mannschaft zu stoßen und dann auch ehrlich zu ihr zu sein und meiner Mannschaft zu sagen, was mit mir los war und dass ich die nächsten Wochen nicht da sein würde.

2 Kommentare 15.8.12 13:11, kommentieren

Achtung akutelle Neuigkeiten :-P

Habe vor ein paar Tagen bei einem Einkaufsbummel vollkommen spontan eine Pflegerin aus der Klinik getroffen in der ich war ... einerseits habe ich mich total gefreut ihr erzählen zu können wie gut es mir geht und dass ich wirklich auf dem Weg bin wieder ein normales Leben zu führen ...

Andererseits war es komisch, sie so spontan zu treffen und im Nachhinein fielen mir tausend Sachen ein die ich ihr noch erzählen wollte ...

Trotzdem bin ich froh sie getroffen zu haben, denn solche Begegnungen zeigen mir auch im größten Glück wo ich her komme und was ich durchgestanden habe, sie machen mich stärker und gleichzeitig holen sie mich auf den Boden zurück und zeigen mir, dass ich weiter meine Therapie machen muss um stabil zu bleiben und nie wieder so krass am Ende zu sein wie ich es mal war.

Deshalb freue ich mich an meinem Glück und bin stolz auf das was ich geschafft habe und vor allem sehe ich mutig in die Zukunft :-)
Ich werde es schaffen meine Träume zu leben :-)

 Heute habe ich dann Post von der Klinik erhalten, weil mein Aufenthalt jetzt ca. 6 Monate zurück liegt und ich im September einen Termin zu einem Nachgespräch habe und sie mir auch die ganzen Fragebögen nochmal zugeschickt haben.
Werde sie kurz vor meinem Termin ausfüllen, habe sie mir aber heute schon angesehen und mit einem Lächeln festgestellt dass ich heute so viele positive Angaben mache und mich daran zurück erinnert, wie die Angaben bei meiner Ankunft in der Klinik am 16.01.2012 waren.

 Ich bin soooo stolz auf mich :-)

15.8.12 13:06, kommentieren

Ein bisschen Hoffnung und doch eine Unmenge an Zweifeln.

„Okay Frau Föll, ich denke dass es sich bei Ihnen um eine schwere Depression handelt und ich würde Sie gerne so schnell wie möglich hier aufnehmen.“ Die Ärztin sah mich ermutigend an.

Und mit diesem Satz hatte sie mich auf Ihrer Seite, da war jemand, der Hoffnung hatte, der glaubte, dass er mir helfen konnte.

„Wirklich?“ Ich konnte es gar nicht glauben, man sollte mir doch noch helfen können? Es gab doch noch einen Ausweg?

Und sie bejahte dies noch mal, doch ihr bereitete meine Suizidgefahr Sorgen. Die psychosomatische Station im Seloah Krankenhaus war eine offene Station, das hieß, man konnte rausgehen wann immer man keine Therapien hatte, man musste sich nur auf einem Bogen austragen.

Doch ich hatte mit diesem kleinen Lichtblick wieder so viel Hoffnung gewonnen, dass ich ihr versprechen konnte, dass ich mich melden würde, wenn ich das Gefühl hatte, suizidale Handlungen ausführen zu müssen.

Sie sagte mir auch, dass sie mich dann in eine geschlossene Station einliefern mussten.

Dann erklärte sie mir, wie die Therapiewochen abliefen, sie erzählte mir von den verschiedenen Therapien, was es so gab, wie das ablief und so weiter und so weiter.

Und dann sagte sie mir noch mal, dass sie mich so schnell wie möglich aufnehmen wollte, dass es aber ein bis zwei Wochen dauern würde und sie nahm mir das Versprechen ab, dass ich mich bei meiner Hausärztin melden würde, wenn die Suizidgedanken schlimmer wurden.

 

Dann verabschiedeten die Beiden sich von mir. Ja, die Psychologin war auch noch da und die machte mir irgendwie Angst.

Das ganze Gespräch über hatte die Ärztin gesprochen, die Psychologin hatte mich die ganze Zeit nur beobachtet und irgendwas aufgeschrieben.

 

Dann ging ich hinaus und nickte meiner Mutter zu. Wir machten uns auf den Weg und ich begann zu erzählen.

Dass sie mich möglichst schnell aufnehmen wollten. Und dann erzählte ich ihr von den einzelnen Therapien.

Vom Tanzen und der Gestaltung. Von den Entspannungstherapien und allem anderen.

Sie meinte es nicht böse, als sie sagte „ja Beschäftigungstherapie eben. Das hatte deine Schwester damals auch.“ und trotzdem tat es mir sehr weh als sie das sagte.

 

Doch ich lies nicht zu, dass meine Freude getrübt wurde. Ich fuhr also mit meiner Mutter nach Hause. Dann gab ich meiner zweiten Mama Bescheid und am Abend ging ich arbeiten.

Dort gab ich ebenfalls Bescheid, dass ich die nächsten Wochen nicht da war. Meine Chefin wusste ja mittlerweile Bescheid über meine Krankheit.

Sie war froh, denn auch für sie war es belastend geworden. Als ich wieder zuhause war kroch aber alles wieder in mir hoch.

 

Ich erzählte alles noch meinem Vater und meiner Schwester. Und dann ging ich in mein Zimmer.

Ich war fix und fertig mit den Nerven, ich sollte nun also 6 Wochen in eine Klinik.

Und wie sollte das gehen? Wer würde sich hier um alles kümmern?

Und die Fragen meines Vaters hatten meine Zweifel nicht gerade entkräftet. Wer würde sich um meine Fußballmannschaft kümmern? Was würde man allen Menschen sagen?

Da waren so viele offene Fragen, Sachen die mich beschäftigten. Man hörte ja über solche Kliniken oftmals auch nichts Gutes.

Was war, wenn sie mir dort nicht helfen konnten? War mir denn überhaupt noch zu helfen? Vielleicht sollte ich besser doch alles beenden?

2 Kommentare 13.8.12 10:51, kommentieren

Mal wieder was aktuelles :-)

Mein absoluter Lieblingssong derzeit:

http://www.youtube.com/watch?v=PGVSmWi8eS0

KRIS feat. Dante Thomas - Diese Tage

Der Text passt einfach so gut ... Geht raus und genießt die Sonne meine Lieben, trübsal blasen können wir auch wieder wenn es regnet.

Die Sonne und das schöne Wetter zeigen mir immer wieder, was ich geschafft hab, denn ich kann stundenlang im Freibad oder am See liegen und nichts tun. Im Januar, Februar und März wäre daran noch nicht zu denken gewesen. Klar, wäre da auch nicht das Wetter dazu gewesen, aber ich hätte vor allem vor lauter Grübeleien einfach nicht die Ruhe dazu gehabt.

 Was ich euch sagen will, habt den Mut euch helfen zu lassen, denn es gibt nichts schöneres wie wenn man das Leben genießen kann :-)

1 Kommentar 9.8.12 10:43, kommentieren

Eine Ärztin, eine Psychologin und ich. Und nun erzählen Sie mal, Frau Föll.

Was sollte ich jetzt sagen? Ich wollte Nein sagen, aber sie hatte mir ja angeboten mitzukommen.

„Das Gespräch geht ca. 45 Minuten, ich bring Ihnen Ihre Tochter unversehrt zurück. Hier geht’s lang Frau Föll.“ Die Ärztin deutete mit der Hand in einen Gang mit drei Büros.

In diesem Moment hätte ich sie knutschen können. Sie hatte mich aus dieser Lage gerettet, ob sie das gewusst hatte oder nicht.

Seit diesem Moment fühlte ich mich bei dieser Ärztin wohl. Ich hatte sofort Vertrauen zu ihr gefasst.

An ihrem Büro stellte sie mir dann noch eine Psychologin namens Raumann vor. Dann gingen wir hinein und setzten uns an einen Tisch.

Ich fühlte mich irgendwie sicher. Die Frau hatte mir gerade ob bewusst oder unbewusst meine in diesem Moment größte Sorge abgenommen, die musste mir irgendwie helfen können.

 

Was würde jetzt passieren? Ich war innerlich total nervös. Versuchte mich auf die Situation zu konzentrieren, aber irgendwie versuchten sich ständig die Grübelkreisläufe in meinem Kopf durchzusetzen.

Ich wusste nicht, was jetzt passierte, ich wusste nur, dass ich offen und ehrlich sein wollte.

„Nun, dann erzählen Sie mal, warum sind Sie hier?“ Die Ärztin sah mich freundlich an.

Ich wollte am liebsten losweinen und sagen, ich kann nicht mehr. Dass war der einzige Satz der sich in meinem Kopf formulieren lies.

Und mit dem begann ich dann auch.

„Ich hab das Gefühl einfach nicht mehr zu können. Ich hab keine Kraft mehr für gar nichts. Ich bin nur noch antriebslos, mutlos, ich kann mich zu nichts mehr motivieren, ich hab das Gefühl nichts mehr auf die Reihe zu kriegen, nichts mehr zu schaffen. Ich weiß nicht mehr weiter. Ich hab zu nichts mehr Lust, ich kann mich über nichts mehr freuen, mein Leben ist komplett sinnlos. Ich habe das Gefühl nur noch eine Belastung zu sein, ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich kann nicht mehr schlafen, bin nur noch am Essen. Manchmal habe ich Angst davor aufzustehen. In den letzten Wochen überlege ich mir eigentlich nicht mehr ob ich dem allen ein Ende bereite, sondern eher wie.“ Den Tränen nahe sah ich überall hin nur nicht zu der Ärztin oder zu der Psychologin.

Darauf gefasst, dass sie geschockt waren oder dass sie sagen würden, Frau Föll, wir können nichts mehr für sie tun.

Aber nichts. Kein Schock, keine Vorwürfe, wie ich an so was denken konnte.

Die Ärztin sah mich an und bat mich, alles ein wenig näher zu beschreiben, seit wann ich mich so fühlte, wie meine familiäre Situation war, was ich gerade beruflich oder schulisch tat.

Und ich beschrieb.

Dass es mir im November bewusst geworden war, dass meine Freunde sagten, dass ich mich verändert hatte.

Dass ich zu nichts mehr Lust hatte, am liebsten wollte ich den ganzen Tag im Bett liegen bleiben, mich würde ja keiner brauchen, im Bett würde ich schon niemanden stören und vor allem würde ich keine Fehler machen.

Doch wenn ich dann im Bett liegen blieb, machte ich mir Vorwürfe, weil ich nichts schaffte, weil ich versagte, weil ich zu nichts zu gebrauchen war.

Ich erzählte von meiner Familie, dass ich immer versuchte nur keinen Ärger zu machen und keine Sorgen zu bereiten.

Dann erzählte ich von der Schule, wo ich nur noch sehr wenig anwesend war.

Und dann erzählte ich wieder davon, dass ich in meinem Leben keinen Sinn mehr sah und dass ich immer mehr das Gefühl hatte, dass ich es beenden musste, dass ich keinen Ausweg mehr sah. Dass ich das Gefühl hatte, dass mir nicht mehr zu helfen war, dass ich nie wieder fröhlich sein würde.

2 Kommentare 9.8.12 10:37, kommentieren

Wie teilt man der Welt mit dass man krank ist?

Mit diesen Neuigkeiten im Gepäck und einem unguten Bauchgefühl fuhr ich nach Hause. Nun musste ich meinen Eltern diese Neuigkeiten berichten. Ein ungutes Gefühl hatte ich dabei deshalb, weil ich es geschafft hatte, meinen Eltern zu verschweigen, wie schlecht es mir eigentlich ging.

Dass ich fix und fertig mit den Nerven war und eigentlich kurz davor meinem Leben ein Ende zu setzen.

Für meine Eltern war es ein Schock. Sie hatten mit so etwas nicht gerechnet denke ich, klar sie hatten mitbekommen, dass es mir nicht gut ging, aber wie schlecht es mir ging, habe ich ihnen verschwiegen, aus Angst auch noch sie zu belasten.

Aus Angst dass sie mir sagen würden, ich solle mich nicht so anstellen, vor allem aber doch um mir selbst nicht eingestehen zu müssen, dass ich versagt hatte.

 

Am nächsten Tag ging ich wieder in die Schule, nachdem ich am Nachmittag noch einen Anruf bekommen hatte, dass ich einen Termin für ein Vorgespräch hatte, wollte ich auch in der Schule für klare Verhältnisse sorgen.

Ich sprach also mit meinem Klassenlehrer, offen und ehrlich. Ich sagte ihm wie es mir ging, dass ich fix und fertig war und dass ein längerer Klinikaufenthalt anstand.

Er meinte damals nur, was du? Dir merkt man das so aber gar nicht an.

Dieser Satz spiegelte mal wieder die Ironie des Schicksals. Ich war innerlich am Ende und in der Schule wenn ich anwesend war, dann schaffte ich es trotzdem die Starke zu spielen.

Er meinte auch, dass ich mich bitte auf meine Gesundheit konzentrieren solle und dass die Schule jetzt erstmal zweitrangig war.

Ich war sehr froh, dass er mir das Gefühl gab, dass ich nichts verbrochen hatte und dass er mir glaubte.

 

Wieder einen Tag später hatte ich ein Vorgespräch in der Klinik. Ich fuhr dorthin. Mittlerweile hatte ich ein Stück weit zumindest für mich heraus gefunden warum ich mir nicht eingestand auch schwach zu sein.

Ich war das vierte Kind meiner Eltern, meine 3 älteren Geschwister waren alle auf ihre Art und Weise schwierig gewesen.

Die eine war mal an Bulimie erkrankt gewesen, die nächste geistig leicht behindert und die Dritte das was man einen typischen Problemjugendlichen nennt und auch im Erwachsenenalter sorgte sie zuhause oftmals für Stress, wie ich oben schon beschrieben hatte.

Jedenfalls war ich immer diejenige gewesen, bei der alles gut war, ich war gut in der Schule, ehrgeizig im Sport, diejenige die alles schaffen konnte eben.

Und ich hab mir daraus so eine Art Mentalität gebastelt, nämlich eine „Du darfst nicht schwach sein, du musst perfekt sein, du darfst keine Fehler machen“ Mentalität.

 

Jedenfalls war ich auf dem Weg in die Klinik. Einerseits freute ich mich darüber, dass meine Mutter mir angeboten hatte dass sie mich begleitete, andererseits ich wollte der Ärztin die mein Vorgespräch machen würde gerne sagen dass ich das Gefühl hatte zuhause oft zu kurz zu kommen und perfekt sein zu müssen, aber ich konnte ihr das nicht sagen, wenn meine Mutter dabei war.

Also rätselte ich die ganze Fahrt lang, wie ich es schaffen würde, meiner Mutter mitzuteilen dass ich sie bei diesem Gespräch lieber nicht dabei haben wollte. Allein diese Überlegung quälte mich so sehr, dass ich richtiggehend Angst davor hatte die Klinik zu finden.

Als wir an dieser Klinik ankamen hatte ich mir insgeheim schon tausend Ausreden einfallen lassen um wieder zu gehen, aber ich wusste so konnte es nicht weitergehen, also entschied ich, mich der Situation zu stellen.

Als wir dann nach langem Suchen endlich das Sekretariat gefunden hatten sollten wir uns in eine Warteecke setzen.

Ich versuchte total cool Zeitung zu lesen, doch ich zitterte richtig und ich wollte eigentlich nur noch flüchten.

Mir gegenüber saß ein Patient mit einer großen Tasche, der gerade aufgenommen wurde, wie ich nach meiner Aufnahme erfahren würde.

 

Wir saßen also in dieser Warteecke und ich überlegte immer noch wie ich das machen sollte. Ich konnte doch meiner Mutter nicht sagen, dass sie draußen bleiben sollte.

Als dann eine Ärztin um die Ecke kam und mich anschaute wünschte ich mir dass einfach alles vorbei war.

„Frau Föll? Saler mein Name, ich bin hier Oberärztin.“

Also gut, auf in den Kampf. Nett sah sie ja aus.

„Föll Hallo.“ Ich gab ihr die Hand und sah dann zwischen ihr und meiner Mutter hin und her.

Meinte Mutter stand auf. Am liebsten hätte ich ihr gesagt, dass sie bitte hier bleiben sollte, aber es ging nicht.

Auch meine Mutter gab der Ärztin die Hand.

„Soll ich mit rein kommen?“ Meine Mutter sah mich fragend an.

1 Kommentar 3.8.12 00:30, kommentieren

Kämpfen, nicht aufgeben, aber wie?

Das Wochenende darauf hatten wir vom Fußball ein Hallenturnier. An dem ich sowohl als Spielerin mit meiner Damenmannschaft, als auch als Trainerin mit meiner Jugend teilnehmen sollte.

 

Ich hatte ziemlich viel vergessen zu organisieren und musste mir deshalb zu Recht Vorwürfe von meinem Vater anhören. Doch als wir eines Abends zusammen saßen und er versuchte zu retten was ich vergeigt hatte wünschte ich mir einfach nur, dass er aufhörte und verstand, dass es mir einfach zu viel war, dass ich es nicht schaffte das zu organisieren.

Das ich schwach war, das ich versagt hatte. Wieder einmal. Wenn ich abends im Bett lag machte ich mir Vorwürfe, auch wenn ich über den Tag versuchte mich bei meinem Vater zu entschuldigen und versuchte alles noch so gut es ging zu organisieren.

 

Tagelang hatte ich Angst vor diesem Tag. Als er dann kam war ich froh, dass mein Vater und die Vereinsverantwortlichen viel Organisation übernahmen und ich mich auf die zwei Aufgaben des Spielens und Betreuens konzentrieren konnte, was für mich im gesunden Zustand kein Problem gewesen wäre, in meinem Zustand hatte ich nur jede Minute das Gefühl zusammen brechen zu müssen.

 

Dann ging der Alltag weiter und ich versuchte alles irgendwie zu schaffen, aber ich fühlte mich wie in einem dunklen Loch gefangen in das ich immer mehr abrutschte und aus dem es keinen Ausweg gab, außer einfach alles zu beenden.

 

Jeden Abend lag ich in meinem Bett und überlegte was mein Leben noch für einen Sinn haben sollte. Ich war doch sowieso nur noch eine Belastung für alle, vermissen würde mich doch eigentlich keiner. Alle würden doch eigentlich besser ohne mich klar kommen. Das Beste war, wenn ich einfach zum Steinbruch fuhr und allem ein Ende bereitete. Aber dazu war ich zu feige. Wie oft war ich jetzt schon kurz davor gewesen ins Auto zu steigen und los zu fahren? Aber nicht mal dazu war ich in der Lage, meine Mitmenschen endlich von meiner Last zu befreien. Ich konnte doch nichts. In der Schule wurde ich immer schlechter, meine Arbeit konnte ich kaum noch erledigen obwohl ich mich unglaublich anstrengte und beim Fußball konnte ich meiner Mannschaft doch auch nicht helfen, ich konnte einfach nicht Fußball spielen, am liebsten wären sie mich wahrscheinlich los, sie waren nur zu höflich es zu sagen. Und Zuhause, zuhause würde ich in meinem Zustand auch nur noch eine Belastung sein, dass würden meine Eltern nicht schaffen.

Ich konnte nicht von ihnen verlangen, dass sie mir halfen, dass ging nicht, ich musste stark sein, doch ich konnte nicht, deshalb war es wahrscheinlich das Beste, ich beendete einfach alles.

Wie oft lag ich mit meinem Handy im Bett und versuchte übers Internet Medikamente zu finden, mit denen ich mich umbringen konnte. Wie oft überlegte ich mir wie ich am einfachsten an solche Medikamente kommen würde.

Wie oft überlegte ich mir, wie es sein würde oben am Steinbruch zu stehen und einfach runter zu fallen und nach einem Gefühl des freien Flugs nicht mehr aufzuwachen.

Aber ich war zu feige wirklich endlich los zu gehen. Noch. Denn eigentlich war mir klar, dass ich mich umbringen wollte, dass ich mich von diesen elendigen Gedanken und Gefühlen erlösen wollte und dass ich meine Freunde von einer Belastung wie mir erlösen wollte, ich wusste nur noch nicht wie.

 

Als ich es eines Morgens wieder nicht schaffte aufzustehen musste ich zu meiner Hausärztin, da ich an diesem Tag eine Arbeit geschrieben hätte und deshalb ein Attest brauchte.

Ich saß nun also bei ihr und war fix und fertig mit den Nerven.

Als ich ihr erzählte, dass ich mir eigentlich schon überlegte, wie ich mich umbringen würde und nicht mehr ob, zog sie die Notbremse.

Wir sprachen über eine stationäre Aufnahme und sie empfahl mir das Seloah Krankenhaus. Sie wollte mir dort einen Termin für ein Vorgespräch besorgen und sich dann wieder bei mir melden.

Sie nahm mir wieder einmal das Versprechen ab, dass ich mich sofort melden würde, sobald meine Suizidgedanken nicht mehr nur noch Gedanken waren, sondern ich das Gefühl bekommen würde Handeln zu müssen.

1 Kommentar 31.7.12 14:21, kommentieren

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