Wie so eine Klinik aussieht.

Am Morgen der Aufnahme schaffte ich es dann wider Erwarten relativ zügig aus dem Bett und ließ mich dann von meiner Mutter in die Klinik bringen zu lassen.

 

Auf dem Weg dorthin zitterte ich unglaublich. Ich hatte totale Angst, was würde jetzt passieren?

Was dachten eigentlich meine Eltern wirklich? Waren sie mir böse dass ich jetzt schwach war?

Meine Mutter brachte mich dann zum Sekretariat, wo ich kurz darauf von der Krankenpflegeschülerin abgeholt wurde.

 

Sie zeigte mir mein Zimmer und dann das Krankenhaus. Meine Mutter verabschiedete sich vorher von mir und wir machten aus, dass wir abends telefonieren wollten.

Ich hatte das Glück zuerst mal alleine in einem Doppelzimmer zu sein.

 

Das Krankenhaus bzw. die Station kann man sich in etwa so vorstellen:

 

Die psychosomatische Station war im Nebengebäude, Therapeutenzimmer, die Station und der Gruppentherapieraum waren im 1.OG.

Dann waren im EG und im 1. UG verschiedene andere Praxen und im 2. UG waren dann die Therapieräume für die Tanztherapie, die Gestaltungstherapie und ein zweiter Gruppentherapieraum.

 

Der erste Gruppentherapieraum ist rund und dort stehen nur Stühle im Kreis und dann eben die Therapeutenzimmer und das war alles rechts auf dem Stock so zu sagen.

 

Und links also ziemlich abgetrennt von den Therapeutenzimmern und dem Gruppenraum war dann die Station.

Die Station kann man sich eigentlich vorstellen wie ein großes Wohnheim.

Die Zimmer kann man sich so vorstellen, man kommt rein, dann ist links oder rechts das Badezimmer und dann läuft man weiter und dann stehen links oder rechts seitlich an der Wand hintereinander zwei Betten.

Und die sind durch ein Regal voneinander abgetrennt also der eine kann den Bereich des anderen eigentlich nicht sehen, zumindest das Bett und den Schreibtisch nicht. Und gegenüber sind dann die Schränke und dann gibts noch einen Tisch, den dürfen beide nutzen.

Und dann konnte man an dem Regal noch so eine Art Trennwand rausziehen, wo man dann auf beiden Seiten eine Art Schreibtisch rausziehen konnte.

 

Die Station hat 15 Zimmer.

Die sind auch alle in einem langen Gang immer gegenüberliegend und dann gibt es da das Stationszimmer für die Pflegekräfte und dann gibt es ein gemeinsames Esszimmer mit Küchenzeile, da konnte man wenn man wollte auch richtig kochen und backen.

Da stehen drei große Tische drin, wo dann gemeinsam Mittag gegessen wird und abends saßen wir da oft zusammen oder auch tagsüber.

Und ans Esszimmer angeschlossen war dann unser "Kino" also eben der Fernsehraum.

Da stehen ein paar kleine Sessel und zwei kleine Couchs drin und dann in einem Schrank der Fernseher.

Der wurde immer um 18 Uhr aufgeschlossen und um 23 Uhr wieder zugeschlossen. Da standen auch noch ein paar Bücher, viele Gesellschaftsspiele und ein Radio.

 

Frühstück und Abendessen wurde gemeinsam in der Kantine des Krankenhauses eingenommen und es gab eine Bücherei für Patienten in der man sich Bücher, Gesellschaftsspiele und Hörbücher ausleihen konnte.

 

Nach dem Rundgang durchs Krankenhaus räumte ich in meinem Zimmer meinen Schrank ein. Ich war sehr froh, dass ich ein Zimmer für mich alleine hatte.

Eine Zimmertüre die ich schließen konnte und einfach wirklich Zeit für mich.

Das mit der Zimmertüre kannte ich schließlich nicht mehr, hatte ich doch seit unserem Umzug vor 3 Jahren keine Zimmertüre mehr gehabt.

 

Dann schaute ich mir meinen Therapieplan an und erfuhr, dass ich jetzt erstmal zum Mittagessen musste, dann musste ich zur Testdiagnostik, was auch immer das war, danach hatte ich einen Termin mit Fr. Raumann, was wohl bedeuten würde, dass sie meine Therapeutin war.

Und anschließend hatte ich Zweitsicht, ja komisches Wort und wenn man mich heute fragt, eine ziemlich komische Situation. Ich hatte mehrere Zweitsichten, denn egal wie viele man davon hat, es heißt immer Zweitsicht.

Vermutlich heißt das Zweitsicht, weil man da eben auf einmal alleine zwei Leuten gegenüber sitzt. Nämlich der Bezugstherapeutin und dem bzw. in meinem Fall der behandelnden Körperärztin.

Dann gab es Abendessen und dann musste ich noch zum Nachtdienst, dazwischen und anschließend hatte ich frei.

21.8.12 22:27

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dine (24.8.12 23:02)


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