Essen, eine Zigarette und ein Haufen Fragebögen.

An meinem Tisch saßen dann noch eine Frau namens Christiane, die neben mir saß und noch zwei Männer, Hakan und Wolfgang. Auch mit den beiden Männern verstand ich mich sehr gut, vor allem mit Hakan, der in etwa so lange bleiben würde wie ich und zu einem sehr wichtigen Begleiter wurde, mit dem ich auch heute noch Kontakt habe.

 

Dann tönte der Essenswagen und ich folgte dem Beispiel der anderen, holte ein Tablett und suchte nach der Person bzw. dem Sitzplatz der Person wo das Essen hinsollte.

Während dem Essen wurde an unserem Tisch wenig gesprochen. Meine Tischnachbarin fragte mich ob es mir schmecken würde, am liebsten hätte ich verneint, aber ich hätte das als unhöflich empfunden und meinte daher es sei in Ordnung.

 

Als wir gegessen hatten räumten wir unsere Tabletts wieder in den Essenswagen und ich machte mich auf um eine Zigarette zu rauchen.

Am Raucherplatz lernte ich dann noch ein paar neue Leute kennen und traf alte Bekannte wieder, denn an meinem Tisch saßen viele Raucher, Hakan, Elke, Anett und Ilona.

Dann stellte sich mir noch eine Frau namens Tina vor, anfangs war ich ihr gegenüber sehr skeptisch, weil sie mir ziemlich unnahbar vorkam und den Eindruck erweckte als würde sie mich nicht mögen, aber im weiteren Verlauf meines Aufenthalts wird auch sie ein sehr wichtiger Mensch für mich werden.

Dann lernte ich noch Franzi kennen, sie war auch sehr offen und witzig und ich mochte sie auf Anhieb.

Und eine ältere Dame namens Margarete gehörte auch zu unserem Rauchertrupp, sie sprach gebrochen Deutsch, aber ich mochte sie trotzdem sehr, wenn auch nicht von Anfang an.

 

Als ich wieder oben auf der Station war machte ich mich auf den Weg zum Chefarztsekretariat wo die Testdiagnostik stattfinden sollte.

Ich hatte immer noch Angst, was würde das bedeuten, was war das? Und warum Chefarzt? War ich denn schon so schlimm dass ich zum Chefarzt musste? Konnte nur noch er mich heilen oder bestand etwa schon kaum noch Hoffnung?

All das ging mir durch den Kopf.

Die Testdiagnostik stellte sich dann aber als gar nicht schlimmes heraus. Kein Chefarzt der mich untersuchte und feststellte, dass mir nicht mehr zu helfen war, keine Gespräche.

Die Sekretärin setzte mich gemeinsam mit einer anderen Patientin, Manuela, die ebenfalls heute angekommen war, in einen Raum und reichte uns Fragebögen.

Diagnose Fragebögen, wie man sie zu Beginn jeder Therapie bekommt, wie ich heute weiß.

 

Ich saß vor diesen Fragebögen und fragte mich nur wie ich das schaffen sollte. Was wollten die den nun alles von mir wissen?

Aber ich quälte mich durch die Bögen. Und als ich fertig war schielte ich zu der anderen Patientin, die gerade bei der Hälfte war.

Ich fragte mich wie das sein konnte. War ich vielleicht doch kein hoffnungsloser Fall?

Konnte man mir vielleicht doch noch helfen?

Ich ging hinaus und gab die Fragebögen ab. Dann zog ich mich kurz in mein Zimmer zurück um durch zu atmen.

 

Jetzt sollte ich also zu dieser Psychologin, die kaum ein Wort mit mir gesprochen hatte.

28.8.12 11:54

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dine (28.8.12 22:16)


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