Die erste Zweitsicht und ist es überhaupt richtig was ich tue?

Nachdem ich mich fürs Tanzen entschieden hatte, musste ich ein Entspannungsverfahren wählen. Eine Aufgabe die für einen gesunden Menschen vermutlich ziemlich einfach gewesen wäre, für mich zum damaligen Zeitpunkt war es schwierig. Deshalb war ich froh, dass ich hätte warten müssen bis ich ins autogene Training hätte einsteigen können und deshalb Progressive Muskelentspannung, kurz PMR genannt als Entspannungstherapie wählen durfte.

 

Auch diese Entspannungstherapie bewirkte bei mir zu aller erst mal vieles, aber keine Entspannung. Aber auch dazu später mehr.

 

 

Des Weiteren sprachen wir kurz über die Gruppentherapie, da ich hier allerdings noch ein Vorgespräch mit einem Gruppentherapeuten haben würde, sagte sie mir darüber nicht viel.

 

 

Dann hatten wir es noch darüber, dass Frau Raumann es für sinnvoll hielt, mich zur Schlaftherapie anzumelden.

 

Mir war das zu diesem Zeitpunkt ziemlich egal. Ich wollte nur wieder normal werden, wie war mir dabei nahezu egal.

 

 

Nachdem wir das alles besprochen hatten, fragte sie mich noch mal nach meinem Befinden. Doch auch jetzt konnte ich ihr nicht wirklich mehr erzählen. Mir ging unglaublich viel durch den Kopf, aber aussprechen konnte ich das nicht wirklich.

 

Dann verabschiedeten wir uns vorerst voneinander wir würden uns ja zur Zweitsicht noch mal sehen.

 

 

Als ich aus dem Raum ging war ich noch immer der Überzeugung, dass ich selbstbewusster und stärker war als meine Therapeutin. Und ich war mir sicher, dass sie mir nicht helfen konnte.

 

In dieser 45 Minuten dauernden Therapiesitzung hatten wir uns insgesamt mindestens 10 Minuten angeschwiegen.

 

Ich empfand das als sehr anstrengend. Stellen Sie sich dass doch mal vor. Sie sitzen zu zweit in einem Raum sollen einer Frau von sich erzählen und ständig tritt schweigen ein.

 

In den meisten dieser Schweigephasen kämpfte ich mit mir selbst. Sollte ich sagen was mir durch den Kopf ging, was würde dann passieren? Konnte ich mich ihr soweit öffnen, mich so angreifbar machen?

 

Ich kämpfte gegen meinen inneren Kritiker. Der der mir sagte, Du musst stark sein, Du darfst keine Schwächen haben. Und selbst wenn Du sie hast, darfst Du sie niemals zugeben.

 

 

Nach der Therapiesitzung zog ich mich auf mein Zimmer zurück und nahm mir die Zeit, mal die Stationsordnung zu lesen.

 

Als ich diese gelesen hatte war mir schlecht. Ich durfte gar keine DVD’ s hier rein schmuggeln.

 

Okay, aber wie sollte ich die freie Zeit sonst durchhalten? Ich würde die DVD’ s hier reinschmuggeln, dass konnte mir niemand verbieten.

 

 

Als ich mich dann von diesem Schock erholt hatte ging ich noch in die Küche um einen Kaffee zu trinken und dann machte ich mich auf den Weg zur Zweitsicht.

 

Ich beschloss mich einfach wieder da hin zu setzten wo ich mich vorher hingesetzt hatte.

 

 

Dort wurde ich kurz darauf auch von Fr. Saler und Fr. Raumann abgeholt. Wir gingen in das Büro von Fr. Saler und sie sah mich an.

 

Ich sollte erzählen wie ich angekommen war. Was ich mir an Therapiezielen überlegt hatte.

 

Und ich konnte ihr noch weniger sagen als im Gespräch zuvor mit Fr. Raumann.

 

Was wollte ich denn hier erreichen? Als ich sagte ich wüsste auch nicht, schaltete Fr. Raumann sich ein und meinte dass sie und ich ja schon darüber gesprochen hatten, dass ich wieder schlafen wollte und dass ich wieder Freude an verschiedenen Sachen finden wollte.

 

Sie gab mir das Gefühl dass es in Ordnung war so wie es war. Dafür bin ich ihr dankbar, auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt immer noch der Überzeugung war, dass sie ihren Job nicht konnte.

 

 

Dann verabschiedete sich Fr. Raumann und Fr. Saler begann mit der körperlichen Aufnahme.

 

Ich musste angeben, ob ich irgendwelche Allergien hatte, sonstige Krankheiten, Lebensmittelunverträglichkeiten usw.

 

Wir sprachen darüber, ob ich Medikamente einnehmen wollte. Ich erinnerte mich an den Satz meiner Hausärztin, der eigentlich für meinen Besuch beim Neurologen bestimmt gewesen war und antwortete auf Fr. Salers Frage wegen der Medikamente, dass ich es zuerst ohne probieren wollte. Wenn ich merkte ich kam ohne Medikamente nicht mehr klar, konnte ich ja immer noch welche nehmen, aber zuerst wollte ich es ohne Medikamente probieren. Sie respektierte meine Entscheidung. Danach begaben wir uns in das Untersuchungszimmer, wo ich einmal komplett untersucht wurde.

 

 

Dann hatte ich frei. Heute Abend musste ich mich noch beim Nachtdienst melden, aber sonst hatte ich freie Zeit.

 

Ich verzog mich zuerst in mein Zimmer, als mir dann allerdings langweilig wurde, machte ich mich auf den Weg in die Küche, wo die anderen zusammen saßen. Wirklich wohl fühlte ich mich allerdings auch hier nicht, ich war ziemlich unsicher, ob meine Entscheidung in die Klinik zu gehen die richtige Entscheidung gewesen war oder nicht.

 

10.9.12 00:42

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dine (13.9.12 00:18)


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